Donnerstag, 30. Januar 2014

Ich möchte mit Ihnen … hicks! … über Gott reden

Ein Zeuge Jehovas in Kassel Schellte volltrunken bei einer Assel Die Assel war heller Und floh in den Keller Entkam so abstrusem Gequassel

Sonntag, 26. Januar 2014

Seid fruchtbar und mehret die Rentenkasse!

Es soll ja immer noch Leute geben, die nur deshalb Kinder bekommen, weil sie sich Kinder wünschen. Die einfach nur Kinder haben wollen und während der Zeugung nicht an den Zustand der Rentenkasse denken. Das ist aber arg aus der Zeit gefallen und kann nur mit einer hoffnungslosen Sehnsucht nach Nostalgie erklärt werden. Denn selbst wenn dieser Anachronismus nicht ohne einen gewissen Charme ist, so bekommt man Kinder heutzutage doch primär, damit auch die momentane Generation im Hamsterrad des Erwerbslebens zu ihrer verdienten Rente kommt.

Aus diesem Grund ist es auch völlig in Ordnung und zurecht weitverbreitet, Kinderlose als Sozialschmarotzer zu verteufeln. All diese selbstlosen Gestalten, die keine Kinder haben wollen, die sich also dem übergeordneten Ziel der gefüllten Rentenkasse verweigern, sollten sich gefälligst zusammennehmen und neue Beitragszahler zeugen! Wo kommen wir denn hin, wenn jeder nur noch das macht, was er für richtig hält? Wer keine Kinder mag, kann sich sehr wohl mit etwas gutem Willen dazu überwinden. Da darf es auch keine Rolle spielen, ob aus diesen Kindern mal glückliche Kinder werden oder eher nicht.

Vor allem aber gehört auf diejenigen eingeprügelt, die zwar nichts gegen Kinder hätten, das aber aus diversen Gründen nicht können. Sei es, weil sie niemanden dafür gefunden haben, sei es, weil es aus biologischen Gründen nicht klappt. Diese ewigen Loser! Geschieht ihnen ganz recht, wenn sie mit wehmütigem Blick glückliche Familien beobachten müssen. Geschieht ihnen auch recht, dass sie schon von der Steuerklasse 1 bestraft werden. Das kann aber nicht alles sein. Die hätten es auch verdient, das man sie mit einem Zusatzbeitrag für die Rentenkasse belegt, der gar nicht saftig genug sein kann. Und natürlich muss man sie bei jeder Gelegenheit ob ihres unsolidarischen Nassauertums beschimpfen!

Darüber hinaus ist aber auch unter allen Umständen zu verhindern, dass irgendwelche neunmalklugen Besserwisser auf den törichten Gedanken kommen, dass etwas Grundsätzliches mit der Rentenversicherung nicht stimmt. Man könnte ja vorschlagen, das Umlageprinzip aufzugeben und jeden für seine eigene Rente einzahlen zu lassen. Am Ende stellt dann noch jemand viel zu früh fest, dass er mit dem Angesparten bequem privatisieren könnte. Horribile dictu! Diese Leute stünden dann ja dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung. Neinnein, so weit wollen wir es nicht kommen lassen. Niemals!

Also: Seid fruchtbar und mehret die Rentenkasse!

Samstag, 18. Januar 2014

Was kürzlich geschah

„Man sollte viel häufiger …“ „Joggen? Radfahren? Schwimmen? Ins Kino gehen? Ich bin dabei!“ „… einfach faul auf dem Sofa sitzen bleiben.“
Es ist immer besser, noch einen zweiten Experten zu befragen, um noch eine dritte und eine vierte Meinung zu bekommen.
„Die Laubbläser sind da.“ „Es liegt aber überhaupt kein Laub im Hof.“ „Egal, dann sollen sie den Hof halt trockenföhnen.“
Ich wäre ja gern ein Leistungsträger, bin aber mit den Bedenken schon völlig ausgelastet.
Bettnässen sollte man nicht verharnlosen.
Bin schon früh ergraut. Vielleicht hätte ich nicht soviel Early-Grey-Tee trinken sollen.
Thriller, in dem viel gejammert wird: Krimimimi
„Kannst du mich nicht auch mal gewinnen lassen?“ „Okay.“ „Aber mach es nicht so offensichtlich, sonst kann ich mich nicht darüber freuen.“
„Chef, stört es Sie, wenn ich im Büro Musik höre?“ „Im Prinzip nicht, aber die peruanische Panflötenband bleibt trotzdem draußen.“
Sag es mit Blumen: „Du Riesenstinkwurz!“
„Was sind das für lange Fische in meinem Sprudel?“ „Sie hatten doch ein Mineraalwasser bestellt.“
Ich würde meine Humorlosigkeit nicht ansteckend nennen, aber der Lachsack, den ich neulich gekauft habe, funktioniert nur im Keller.
„Guten Tag, ist das hier die Selbsthilfegruppe für Schnorrer?“ „Kommt drauf an. Haste Bier mitgebracht?“
Ich achte darauf, regelmäßig unter Leute zu kommen. Eine Misanthropie muss sorgfältig gepflegt werden.
„Ich kann mich nicht entscheiden, welche Kitsch-Maus ich nehmen soll.“ „Oh je, ein schlimmes Diddlemma.“
„Bitte wegen Wartungsarbeiten das Mail-System schließen. Ich schicke eine E-Mail, wenn alles wieder funktioniert.“
Ich bin homöosexuell. In mehreren wissenschaftlichen Studien konnte kein Liebesleben nachgewiesen werden.
Plan A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, X, Y und Z sind gescheitert. Und was nun?
„Ui, du siehst wirklich extrem krank aus. Wie hast du dich denn noch ins Büro geschleppt?“ „Auf allen Viren.“
Intensiver kehren vs. intensiv verkehren
„Schlimm, wie sich das Ungeziefer auf der Toilette vermehrt.“ „Kein Wunder, das sind Kackerlaken.“
„Ich bin in unserer Firma ein wichtiger Impulsgeber.“ „Du stößt die Kollegen die Treppe runter.“ „IMPULSGEBER!“
„Schwafle doch nicht so viel!“ „Sorry, ich bin labergläubisch.“

Sonntag, 12. Januar 2014

Showdown Dexter vs. Showdown Breaking Bad

Sie wissen, dass hier Spoiler kommen? Ja? Dann lesen Sie weiter. Sagen Sie aber hinterher nicht, man hätte Sie nicht gewarnt.

Zwei der besten TV-Serien der letzten Jahre, ach was, zwei der besten TV-Serien überhaupt sind in den letzten Wochen relativ parallel zu ihrem Finale gekommen. Dexter hat es auf acht Staffeln gebracht, Breaking Bad auf fünf. Nach der überragenden Qualität der bisherigen Folgen war die Spannung groß, wie man die Serien zu einem würdevollen Abschluss bringen könnte – so wie schon bei Six Feet Under und Sopranos.

Einen ersten Vergleich hatte vor kurzem schon Tigermaus8 – die Koryphäe in Sachen Film und TV-Serien – mit viel Liebe zum Detail gebloggt. Dabei hat Breaking Bad deutlich besser abgeschnitten als Dexter. Ich teile dieses Urteil nur sehr bedingt. Ja, die letzten Folgen von Dexter hatten inhaltliche Schwächen, die aber bei länger laufenden Serien nur selten ausbleiben. In diesem Punkt ist Breaking Bad in der Tat überlegen. Aber wie kommt man aus der Sache raus? Diese Frage finde ich viel entscheidender.

Die klare Schwäche von Breaking Bad ist in meinen Augen, dass Walter White auf einmal – bei aller immer noch vorhandenen Rücksichtslosigkeit – gerade in den letzten, also den Showdown-Folgen nur noch Gutes tut. Er rettet Jesse Pinkman. Er sorgt dafür, dass möglichst wenig Schuld, wenn überhaupt, an seiner Frau hängenbleibt. Er kümmert sich darum, dass seine Kinder finanziell abgesichert sind. (Ja, das widerspricht im Prinzip alles nicht dem Charakter Walter Whites, ist aber doch arg dick aufgetragen.) Dann kümmert er sich höchstpersönlich darum, eine Bande von Aminazis abzuschlachten, was ja immer eine gute Tat ist, und trägt so etwas von seiner Schuld ab. Und schließlich besitzt er noch den Anstand, sich im großen Showdown selbst erschießen zu lassen, was aber auch nicht wirklich schlimm ist, weil sein Krebs zurückgekehrt war. Darüber hinaus ist der todesbedingte Schwund des Personals sehr überschaubar und so arrangiert, dass es den Zuschauer nicht weiter verstört. Sein Schwager Hank war nie der große Sympathieträger, und Jesses Freundin Andrea hatte sowieso nur eine Nebenrolle.

Soviel zahnlose Weichspülerei ist in meinen Augen dann doch ein wenig enttäuschend und passt nicht zur Serie. Die Staffel als solche ist vom gewohnten Niveau, das Finale aber fällt trotz aller Dramatik ab. Da hätte man sich interessantere Dinge ausdenken können.

Ganz anders der Abgang von Dexter. Mal abgesehen davon, dass die eigentliche Staffel etwas zerfasert und durch überflüssiges neues Personal überfrachtet war, hatte sie doch deutlich mehr Überraschungen zu bieten. Vor allem aber wurde hier keine Gelegenheit ausgelassen, den Zuschauer zu enttäuschen. Dexter Morgan hat die Chance auf eine glückliche Zukunft mit einer Serienmörderin, die man ihm auch gegönnt hätte, lässt diese aber sausen. Er überlässt aber seinen Sohn jener Serienmörderin, auf dass diese ihn quasi, wenn auch unfreiwillig adoptiere – damit war nicht zu rechnen. Seine Schwester Debra, eine der wichtigsten Sympathieträger der Serie überhaupt, wird am Ende ins Koma geschossen und von Dexter persönlich von den lebenserhaltenden Apparaten abgetrennt. Anschließend versenkt er noch ihre Leiche im Meer, um anschließend mit seinem Boot einem der in Florida so beliebten Hurrikane entgegenzufahren. Unvorhersehbarer geht es kaum. Dennoch wirkt es nicht unlogisch oder konstruiert oder sonstwie unpassend. (Dass er dann aber ganz am Schluss als Holzfäller auftaucht, ist zwar auch überraschend, aber doch Unfug. Wie hätte er bei zerstörtem Boot an Land zurückkehren können? Oder habe ich da was übersehen?)

Fazit: Nimmt man die finalen Staffeln als Ganzes, gewinnt Breaking Bad. Betrachtet man primär den Abgang, hat Dexter die Nase vorn. Wofür auch immer diese Meinung jetzt gut sein soll …

Donnerstag, 9. Januar 2014

Was kürzlich geschah

„Wo kauft man denn am besten Parkett für den Flur?“ „Beim Dieler.“
„Pardon, ich hatte Forelle bestellt, das scheint mir aber Koi zu sein.“ „Das ist ein kostenloses Upgrät.“
Guten Tag, ich komme aus dem Delirium und möchte mit Ihnen über Pott reden.
„Bist du den Pickel vor dem Date noch losgeworden?“ „Auf den letzten Drücker.“
„Total lustig, wie der Lackaffe da durch die Gegend rennt.“ „Ja, das ist ein Running Geck.“
Und immer schön das Pils vom Weizen trennen. Nicht, dass man am Ende noch das falsche Bier trinkt.
„Der Rasen ist in einem schlimmen Zustand.“ „Moment, ich hol den Rasennäher.“
„Kannst du dich irgendwann mal dazu aufraffen, den Schmutz da zu entfernen?“ „Sorry, bin leider zu fleckmatisch.“
„Guck mal, die beiden Elvis-Doppelgänger zanken sich.“ „Stimmt, die haben sich richtig in die Tolle gekriegt.“
„Es macht mich interessanter, wenn ich nicht leicht zu durchschauen bin.“ „Du hast rechts geblinkt & bist links abgebogen.“ „INTERESSANTER!“
Egal, wie alt du bist, wenn jemand „duziduziduzi“ zu dir sagt, hast du keine Ahnung, worum es geht.
Ich werde jetzt anfangen, Pullover zu stricken. Komme, was Wolle!
Weniger gelungene Weihnachtskekse erkennt man übrigens daran, dass sie spätestens im neuen Jahr den Kollegen im Büro aufgedrängt werden.
Wenn die Leichen von Prominenten seziert werden, spricht der Fachmann von Starschnitt.
„Da steht 'brülen', du meinst aber doch bestimmt 'brüllen'.“ „Stimmt, da habe ich mich verschrieen.“
„Schenk ihr Blumen!“ „Aber die welken so schnell.“ „Dann nimm Schnitzblumen.“

Mittwoch, 8. Januar 2014

Was kürzlich geschah

„Dieses südamerikanische Kamel sieht aus wie ein Alien.“ „Kein Wunder, das ist ein Allpaka.“
Ich würde nicht sagen, dass ich hungrig bin, aber halten Sie sich fern von mir, falls Sie einen Mantel mit Futter anhaben.
„Darf ich ehrlich sein?“ „Natürlich!“ „Deine neue Freundin ist hässlich und unsympathisch.“ „Oh!“ „Ihr passt also hervorragend zusammen.“
„Man sollte ja viel häufiger …“ „Ganz genau!“ „… andere ausreden lassen.“
„Da! Der irre Elefant!“ „Irrelevant.“
„Ich habe leider eine schöpferische Krise.“ „Du bist nur zu faul, die Suppe zu servieren.“ „SCHÖPFERISCHE KRISE!“
Tabuthema „Elektionsstörung“ oder Warum so viele darüber schweigen, versehentlich die falsche Partei gewählt zu haben.
„Nüchtern betrachtet muss man sa…“ „Als ob du das beurteilen könntest.“
„Guten Tag, bin ich hier richtig bei den anonymen Anonymitätsfanatikern?“ „Sagen wir nicht!“ „Geht Sie gar nichts an!“
Schoki mit Schafmilch nennt man übrigens Wollmilchschokolade.
„Ich will nicht darüber reden.“ „Das respektiere ich natürlich.“ „Nie interessierst du dich für meine Probleme!“
„Hast du das gesehen? Der Hund da blitzt ständig.“ „Klar, ist ja auch ein Flashmops.“
Ich habe keine Gernkompetenz.
Bordellbesitzer freuen sich immer, wenn ihr Laden gerammelt voll ist.
Mein Buch „Im Leben konsequent scheitern“ ist kein Erfolg. Was bin ich froh darüber, alles andere hätte mich unglaubwürdig gemacht.
Schindluder mit Schundliedern

Dienstag, 7. Januar 2014

Zwischenfazit 2014

Schöne Frauen erobert? Unermessliche Reichtümer angehäuft? Weltherrschaft errungen? Nichts von allem. 2014 ist eine einzige Enttäuschung.

Samstag, 4. Januar 2014

Pofalla

Mittlerweile weiß man, für welchen Bereich Ronald Pofalla bei der Bahn verantwortlich sein soll. Er wird sich um die Beschwerden der Kunden kümmern und damit gut ausgelastet sein. Freuen Sie sich jetzt schon auf Antworten wie „Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen“ und „Lass mich mit so einer Scheiße in Ruhe".

Dienstag, 24. Dezember 2013

Montag, 16. Dezember 2013

Samstag, 7. Dezember 2013

Was kürzlich geschah

Backtipp: Sandkuchen schmeckt besser, wenn man ihn ohne Sand zubereitet.
Ich wär ja Maler geworden, aber die Rahmenbedingungen haben nie gestimmt.
„Keine Schockolade im Stiefel …“ „Schokierend!“
„Gelärmt ist gelärmt.“ (Motto der Gärtner-Zunft)
„Hast du einen Verlag für deinen Roman gefunden?“ „Ja, ist schon alles in trockenen Büchern.“
„Dieses Bier hat nah am Wasser gebaut.“ „Klar, ist ein Flenns.“
„Das Konfekt ist ganz schön angeberisch.“ „Kein Wunder, das sind Prahlinen.“
Fegen gehört zu den wiederkehrenden Tätigkeiten.
„Gehen Sie mir nicht auf den Keks!“ „Lassen Sie halt Ihre Kekse nicht ständig auf dem Fußboden rumliegen!“
Aha, ein beßeres Piesa-Ergebnis. Haben sich die Rotslöffel also entlich Mal auf den Alerwertesten gesetzt und gelernd!
Hinterher bin ich immer schlauer. Aber immer nur ganz kurz.
„Oh, ein Pavian!“ „Sind sogar zwei!“ „Also ein Paarvian.“
Das neue Prostitutionsgesetz wird vielen gegen den Strich gehen.
Heizpils: wenn Bierkonsum zum Rasen verführt.
„Ich kann nicht anders, ich bleibe mir treu.“ „Du Depp hast zum 1000. Mal den selben Fehler gemacht.“ „BLEIBE MIR TREU!“
Mein Versuch, eine Computermesse in der Schweiz zu etablieren, ist gescheitert. Vielleicht hätte ich sie nicht BIT CH nennen sollen.
„Wie kamen Sie auf diese sensationelle Idee mit einer Kampagne ganz in Gelb?“ „Die Cyan- und Magenta-Toner waren vor der Präsentation aus.“
Dinge, die ich bald brauchen werde, erkennt man daran, dass ich sie kurz davor sorgfältig wegräume und dann meist vergesse, wohin.
„Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage.“ „Nicht sein!“ „Gut, dann wäre das endlich geklärt.“
„Schwer zu sagen, ist der Kollege noch kindisch oder schon vergreist?“ „Vermutlich ist er senifantil.“
Pro-Tipp: Der viele Kaffee am Arbeitsplatz wirkt nicht ganz so brutal aufputschend, wenn man jede zweite Tasse durch ein Glas Bier ersetzt.
„Der Seehofer Horst hat immer so ein verschmutztes Lächeln …“ „Du meinst verschmitzt.“ „Nein.“
Ich bewege mich nur sehr ungern. Damit meine Kleidung das demonstriert, trage ich ausschließlich moosgrüne, rostrote und staubgraue Pullover.
Ich würde nicht sagen, dass es in meiner Wohnung dreckig ist, aber ich trete mir immer die Füße ab, bevor ich das Haus verlasse.

Samstag, 23. November 2013

Was kürzlich geschah

„Der Chef ist total sauer.“ „Gib ihm ein Antazidum.“
Hat man mal über die Verstrickung des Fußballs in die organisierte Kriminalität recherchiert? Die viele Banden-Werbung ist sehr verdächtig.
Verstehe nicht, warum es keine Tastaturen mit herausnehmbaren Krümelschubladen zur einfacheren Reinigung gibt. Toaster können das doch auch!
„Was für ein wunderschöner SUV!“ „Nicht wahr? Ich habe ihn Ramm-Beau genannt.“
passieren Buchstabendreher nie. mir
„Und wo sehen Sie sich in einem Jahr?“ „Im Irrenhaus.“ „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben den Job!“
„Wie war die Kraftbrühe?“ „Suppoptimal.“
„Mein Name ist Mnese. Anna Mnese. Bitte fragen Sie mich jetzt nicht nach meiner Gesundheit.“
„Mein Name ist Ender. Karl Ender. Aber fragen Sie mich jetzt bitte nicht nach dem Datum.“
„Kannst du nicht mal frisch gewaschen ins Büro kommen?“ „Nein, ich habe einen sehr aktiven Schmutzengel, der über mich wacht.“
„Chef, ich hab wie gewünscht die Räder von Ihrem Auto saubergeleckt.“ „Was? Ich sagte, Sie sind ein Speichellecker, nicht Speichenlecker.“
„Großartige Idee! Sehr kreativ und eigenständig, hat man so noch nie gesehen! Können wir dem Kunden unter gar keine Umständen zumuten.“
Wie ich es hasse, wenn man mich bei der Verwendung von schlechtes Deutsch erwischt.
„Ich achte nur auf die innere Schönheit“ sagte sich der Arzt und steckte seinen neuen Flirt erst mal ins Röntgengerät.
„Dieser Typ ist mir zu glatt.“ „Ist halt seine Mentaalität.“
„Ich komme von den Pastafarians und möchte mit Ihnen über das fliegende Spaghetti-Monster reden.“ (Wenn Parodien außer Kontrolle geraten.)
„Herr Doktor, der Patient aus Zimmer 12 knickt alle Blätter, die er kriegen kann.“ „Ja, der leidet unter Falzheimer.“
„Man braucht immer ein Ziel im Leben“ dachte sich der Autofahrer und fuhr pfeilgrad gegen einen Baum.

Samstag, 2. November 2013

Asterix bei den Pikten


So richtig hatte ja keiner mehr auf ein neues Asterix-Abenteuer gewartet. Waren doch die Hefte nach dem allzu frühen Tod von René Goscinny erst langsam, dann immer schneller immer schlechter geworden. Geradezu verzweifelt hat der vom Texten und Geschichtenerfinden arg überforderte Zeichner Albert Uderzo versucht, die Serie am Leben zu halten. Und je verzweifelter er wurde, umso grausamer waren dann auch die Ergebnisse. Es wäre besser gewesen, Asterix schon vor Jahren in Würde sterben zu lassen. Irgendwann aber war der Ruf sowieso ruiniert, und dann kam es wohl schon gar nicht mehr drauf an. Treue Leser wie ich haben aus Gründen der Nostalgie trotzdem immer wieder wider besseres Wissen das jeweils neueste Heft gekauft, nur um dann doch immer wieder aufs Neue enttäuscht zu werden.

Jetzt aber hat sich Uderzo (Teutates sei Dank!) doch in den Ruhestand zurückgezogen und sein Lebenswerk in andere Hände übergeben. Asterix bei den Pikten wird getextet von Jean-Yves Ferri und gezeichnet von Didier Conrad. Schlechter konnte es nicht werden, es gab also nichts zu verlieren. Aber wird es mit dem neuen Heft wieder besser?

Mit drei Worten: im Prinzip ja. Die beiden Neuen haben auf albernen Firlefanz wie die Außerirdischen in Gallien in Gefahr verzichtet und erzählen eine recht konventionelle Reise nach Kaledonien, also das heutige Schottland. Der Schottland-Freund freut sich über Hochlandrinder und Papageientaucher, und das eine oder andere Schaf und der eine oder andere fliegende Baumstamm und natürlich jede Menge Kilts sorgen ebenfalls für korrektes Lokalkolorit. Gags, wie den Pikten die Erfindung der Piktogramme zuzuschreiben, sind durchaus witzig. Leider hat sich auch überflüssiger Unfug wie das fast touretteartige Krähen von Popsongs (ein Weihnachtslied ist auch dabei) des piktischen Heldens Mac Aphon (müsste es nicht MacAphon heißen?) in das Heft geschlichen. Und wieso heißt Nessie hier Fafnie (also Fafnir)? Hier werden mit Gewalt Mythen zusammengepanscht, die nicht zusammengehören. Oder habe ich die Pointe nicht verstanden? Aber egal, Schwamm drüber. Denn das neue Heft ist alles in allem nicht weltbewegend, aber durchaus unterhaltsam, und da wollen wir uns nicht mit Kleinigkeiten aufhalten.

Ja, im Prinzip ist es also besser geworden. So richtig toll ist es aber nicht. Die Story ist nur mäßig originell, der Inhalt der Geschichte fast schon zu übersichtlich, die Pointen sind nicht zwingend witzig, die beliebten Running Gags der Serie wirken teilweise ziemlich aufgesetzt, nachgerade wie mit Gewalt integriert. Als hätte es eine Liste gegeben, bei der man dann abgehakt hat, was alles erledigt wurde. Ständig hatte ich das Gefühl, ja, das ist alles okay, die beiden Herren haben ihre Hausaufgaben gemacht, aber der Funke springt nicht richtig über.

Vergleicht man das neue Heft repräsentativ mit dem Heft, bei dem sich ein Vergleich am meisten aufdrängt, nämlich Asterix bei den Briten, merkt man schnell, was fehlt. Zum einen ist hier die Handlung viel interessanter und abwechslungsreicher, auf 48 Seiten werden deutlich mehr Wendungen untergebracht. Zum anderen werden die Eigenheiten der Briten viel liebevoller und ausführlicher aufgespießt als die der Pikten (okay, die Briten mögen mehr hergeben). Alleine schon, wie die Briten reden, macht das Heft zum Vergnügen. Und: Trinken die Briten ständig heißes Wasser (meist mit einem Tropfen Milch; am Ende des Heftes erfährt man dann sogar noch, dass der Tee durch Asterix ins Land kam), betrinken sich die Pikten mit Malzwasser. Das eine ist geistreich und witzig, das andere nur platt. Und sehen die Briten wirklich alle typisch britisch aus, kann man das bei den Pikten eher nicht sagen. Hier wähnt man sich teilweise eher bei den Goten. Mit anderen Worten, dem neuen Heft fehlt die Raffinesse und das Subtile, das man bei den alten Asterix-Heften so liebte.

Sehen wir Asterix bei den Pikten also als nur sehr bedingt gelungenen Neuanfang, der aber besser ist als die letzten Solo-Werke von Uderzo und für die Zukunft trotz aller Kritik optimistisch macht. (Oder will ich einfach nur optimistisch sein? Auszuschließen ist es nicht.) Wenn Messieurs Ferri et Conrad entspannter werden, wenn vielleicht Monsieur Uderzo nicht mehr die Entstehung überwacht (man weiß ja nicht, inwieweit er da noch reingeredet hat), wenn sie nicht mehr mit Gewalt alles ins Heft pressen wollen, was in ein Asterix-Heft gehört und stattdessen lieber an einer originelleren Story mit mehr Detailreichtum feilen, könnte das was werden.

Freitag, 1. November 2013

Was kürzlich geschah

Wie zu jedem Halloween waren auch diesmal die Haschkekse für die kleinen Schnorrer ein voller Erfolg. Die Eltern werden sich gefreut haben.
„Fühlst du dich nicht schlecht, well du ein schlechtes Gedicht nach dem anderen verbrichst?“ „Ach, da bin ich mit mir selbst im Reimen.“
Spät ins Bett gehen, damit das Schlaffdefizit nicht so groß wird.
„Ahh, ich spüre die Inspiration zu einem Gedicht!“ „Oh nein, das müssen wir im Reime ersticken.“
„Ich denke oft, alle halten mich für einen langweiligen alten Sack. Das ist traurig.“ „Also ich freue mich ja immer, wenn ich recht habe.“
Der kastrierte Wal wird übrigens Walach genannt.
Annis Plätzchen sind nicht zwingend Anisplätzchen.
Ernährung umgestellt. Esse jetzt gruränhEn.
„Wann setzt die beruhigende Wirkung ein?“ „Bald, Rian.“
„Darf ich das Blatt knicken?“ „Falz nötig, ja.“
„Die Konkurrenz wirbt jetzt mit einem Pantomimen.“
„Empörend! Das ist doch unlauter Wettbewerb!“
„Herr Doktor, wie lange dauert es denn, bis es zu Nebenwirkungen kommt?“ „Ein paar Wochen. Haben Sie bitte etwas Geduld.“

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Was kürzlich geschah

„Habe jetzt wegen meiner Zahnschmerzen endlich einen Termin beim Augenarzt.“ „Was?“ „Der Augenarzt bohrt nämlich nicht.“
Ich bin so hipp, dass ich mich nur noch mit Babykost ernähre.
„Das sollten wir unbedingt, äh, ähh, dingsen.“ „Sie meinen schlumpfen?“
„Ich bin ja mehr so ein Bauchmensch.“ „Das sieht man.“
Dieser frankeauphile Zwang, jedes „o“ „eau“ zu schreiben, ist teautal deaueauf.
Die Kuh erblickte den Stier und bekam Kalbträume.
Ehrlichkeit ist der Kitt, der auch langjährige Feindschaften zusammenhält.
„Ich bin jetzt übrigens Filmproduzent.“ „Du hast da einen ekligen Schmierfilm hinterlassen.“ „FILMPRODUZENT!“
Für den kleinen Hunger zwischendurch haben Franzosen immer ein Schneckpaket dabei.
„Ich hätte gern ein Autogramm.“ „Tut mir leid, unsere Autos verkaufen wir nur im ganzen.“
Ich würde nicht sagen, dass ich soziophob bin, aber wenn keiner die Tarnkappe erfindet, werde ich meine Wohnung nie verlassen können.
„Und hier noch der Pavian für den Herrn.“ „Was?“ „Sie hatten doch Rotarsch bestellt.“ „Rotbarsch! Ich sagte Rotbarsch!“
„Wir müssen unbedingt reden!“ „Gern. Sprich mich in drei Wochen noch mal drauf an.“

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Neulich im Mitarbeiterjahresgespräch

„Und hätten Sie noch Verbesserungsvorschläge?“
„Man könnte viellei…“ „Also Nörgler und Querulanten können wir bei uns gar nicht gebrauchen.“

Dienstag, 15. Oktober 2013

Was kürzlich geschah

„Immer wieder verblüffend, wie effektiv Antistress-Bälle sind.“ „Hören Sie auf, ständig meine Brüste zu betatschen!“ „ANTISTRESS-BÄLLE!“
Ich würde nicht sagen, dass ich faul bin. Ich bin einfach der ruhende Pol der Firma.
Den Kleister, den ich rief, werd ich nun nicht mehr los.
Hätte ich eine Werbeagentur, die auf Mode spezialisiert ist, würde ich sie Versaatchi & Versaatchi nennen.
„Warum bist du plötzlich so nett?“ „Man muss auch mal antizicklisch handeln.“
„Darf ich dir meine Telefonnummer geben?“
„Nein, bitte nicht, ich könnte sie mir versehentlich merken.“
Halle (Saale), Halle (Westf.), Halle (Luja)
Die ersten bekannten Medikamente wurden übrigens aus dem Salicylsaurus gewonnen.
„Ist dieser Papagei lange haltbar?“ „Ja, wir bieten 2 Jahre Arantie.“
„Und Sie singen tatsächlich alle gemeinsam?“ „Das ist chorrekt.“
Bei Kürzungen im Kulturetat aus Protest spontan eine Dichterkette bilden.
„Ich hab eine elektrisierende Wirkung auf meine Kollegen.“ „Du rennst ständig mit dem Taser durchs Büro!“ „ELEKTRISIEREND!“
„Wer hat schon wieder Bücher in die Spülmaschine getan? Ihr wisst doch, wie sehr ich diese Wortspülereien hasse!“
„Wieviel Pfand gibt es für diese Flasche?“ „Da gehen die Leermeinungen auseinander.“

Montag, 14. Oktober 2013

Dichtung und Wahrheit

Es ist noch gar nicht lange her, da habe ich mich hier ermüdend ausführlich über den aktuellen Racing-Film „Rush“ ausgelassen. Sie erinnern sich. Der Tenor: kein schlechter Film, aber mit vielen ganz offenbar der Dramatik geschuldeten geschichtlichen Unkorrektheiten gespickt. Großzügig hatte ich meine übliche Pedanterie hintangestellt und mit geheuchteltem Verständnis bilanziert, dass man mit sowas bei einem Film, der nur den Anspruch habe, nach einer wahren Begebenheit gedreht zu sein, wohl leben müsse. (Oder so ähnlich.)

Nun begab es sich aber, dass ich kurz danach „Argo“ auf DVD gesehen habe. Auch dieser Film ist nach einer wahren Begebenheit gedreht. Ich fühlte mich von einem spannenden Film hervorragend unterhalten, wenn ich dann auch zur Kenntnis nehmen musste, dass Tigermaus8 insgesamt zu einem deutlich anderen Urteil gekommen war. Nun ja, die Meinungen gehen auseinander. Und ich hatte, trotz der Warnung „nach“, das Gefühl, etwas gelernt zu haben. Dann aber, mein Interesse war durch den Film geweckt, wollte ich es genauer wissen. Und was macht der wissbegierige Mensch heutzutage? Richtig, er geht auf Wikipedia.

Tja. Was soll ich sagen. So gut wie alles, was die Spannung des Films ausmachte, war erstunken und erlogen. Bei manchen Details konnte man sich das schon denken, zum Beispiel bei der doch sehr dick aufgetragenen Verfolgungsjagd am Ende auf dem Rollfeld des Flughafens. Aber auch sonst überwog ganz klar die Dichtung, und die Wahrheit diente mehr als Gerüst dafür. Gelernt hatte ich also nur, dass neben der eigentlichen Geiselnahme noch ein weiteres Drama stattgefunden hatte.

Bei den meisten anderen Dingen aber hatte ich mir nur eingebildet, neues Wissen angehäuft zu haben. Und genau das ist das Problem, fast schon die Gefahr mit diesen Filmen oder auch Serien nach wahren Begebenheiten oder mit realen Vorbildern. Man stopft sich mit Irrtümern und Halbwissen voll, und Halbwissen ist noch schlimmer als Nichtwissen. Weil man beim Nichtwissen wenigstens weiß, dass man nichts weiß. Jedenfalls im Idealfall. Wer, der sich nicht wirklich perfekt auskennt, kann schon erkennen, welches Detail Dichtung und welches Wahrheit ist? Und wer weiß, vielleicht finden über den Umweg Kino oder Fernsehen dann Unkorrektheiten in die Geschichtsschreibung, weil einer, verwirrt durch einen Film, in einem umnachteten Moment damit anfängt und, wie das in der Geschichtsschreibung so üblich ist, dann alle anderen bei ihm abschreiben. Und, zack!, plötzlich ist dann ein Gedanke des Drehbuchschreibers Teil der offiziellen Geschichte. Weil es in den Tudors oder Borgias oder in Argo oder wo auch immer so vorgekommen ist.

Soll man also Filme und Serien „nach“ verbieten? Soll man vielleicht jedes erfundene Szenen mit einem Störer „Achtung! Die aktuelle Szene ist erstunken und erlogen!“ kenntlich machen? Ja, das wäre eine sehr gute Idee, wenn auch leider wie so viele andere sehr gute Ideen illusorisch. Es gibt also mal wieder keine Lösung. Es ist und bleibt alles sehr kompliziert.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Dankbarkeit

„Sehr nett von dir, dass du dich während unserer Reise um unsere Hasen gekümmert hast.“
„Keine Ursache, ist doch selbstverständlich.“
„Wir würden dich zum Dank gerne zum Essen zu uns einladen.“
„Aber das ist doch nicht nötig. Was gibt es denn?“
„Hasenbraten.“

Freitag, 4. Oktober 2013

Rush

Nein, keine Angst. Dieser Blog wird nicht zu einem Cineasten-Blog mutieren. Cineastisches Kommentieren überlasse ich denen, die deutlich mehr davon verstehen, vor allem Tigermaus8. Aber wenn es um ein Thema geht, das mich seit über 40 Jahren fasziniert, nämlich Motorsport, erlaube ich mir dann doch mal eine Ausnahme.

Rush also. Schon seit fast zwei Jahren konnte man im Internet, wenn man wollte, die Entstehung dieses Films von Ron Howard verfolgen; ein Werk, das schon vor dem Kinostart gern mit den Klassikern Grand Prix und Le Mans verglichen wurde. (Ein Vergleich, der natürlich wie blöde hinkt, denn Grand Prix und Le Mans sind rein fiktional, während Rush auf einer realen Geschichte beruht.) Und nun ist der Film endlich im Kino. Hat sich das Warten gelohnt? Kann ich mich den bisher mit wenigen Ausnahmen eher zustimmenden Meinungen aus der Motorsportszene anschließen?

Zunächst einmal zur historischen Korrektheit. Der Film erhebt nicht den Anspruch, die Story von Hunt und Lauda historisch präzise wiederzugeben, sondern nur nach wahren Begebenheiten gedreht zu sein. Das ist bequem für Autor und Regisseur und liefert für alle Fehler eine Entschuldigung, macht unangreifbar, nimmt Nörglern und Klugscheißern wie mir direkt den Wind aus den Segeln. Als reiner Fan hat man allerdings eh nicht die Insights, um alle Details zu beurteilen, und sowieso ist das Gedächtnis zu schwach, um noch alles präsent zu haben, z. B. wer wann welchen Wagen warum gecrasht hat. Da aber der Herr Lauda persönlich beratend aktiv war (Herr Hunt war bedingt durch sein allzu frühes Ableben diesbezüglich verhindert), sollte der Abstand zwischen Film und Wahrheit nicht allzu groß sein.

Ist er aber über weite Strecken doch. James Hunt war kein Schlägertyp, der Journalisten verprügelte (auch wenn er durchaus mal im Affekt Streckenposten oder Fahrerkollegen gehauen hat). Hunt und Lauda waren, wie man momentan in jeder Rezension lesen kann, nur auf der Strecke, nicht aber jenseits davon Gegner. Das ist eindeutig der unvermeidlichen hollywoodesken Effekthascherei und Dramatisierungslust geschuldet und lässt sich offenbar nicht vermeiden, selbst wenn wie in diesem Fall die wahre Geschichte dramatisch genug ist. Solche grundsätzlichen Dinge zu verfälschen, ist meines Erachtens nach aber auch für einen Film ohne Anspruch auf 100 % Realismus nicht in Ordnung.

Dass viele Szenen offenbar frei erfunden sind, um die Handlung „anzureichern" oder die Charaktere zu definieren (Lauda belehrt die Mechaniker, der Motor müsse mehr PS haben und das Auto weniger Gewicht – prompt ist der Wagen 2 Sekunden schneller – ein absolut depperter Schmarrn, hier graust es mir besonders), fällt wohl unter künstlerische Freiheit und muss daher, wenn auch nur ungern, hingenommen werden.

Es gibt noch viel mehr nicht ganz so entscheidende Abweichungen respektive Fehler, die nicht zwingend hätten sein müssen – das Hesketh-Team ist 73 nicht mit einer eigenen Konstruktion in die Formel 1 eingestiegen, sondern mit einem Kunden-March und hat dann erst 74 ein eigenes Chassis gebaut; Niki Lauda hat nicht mit BRM in der F1 debütiert, sondern mit March (71, komplette Saison 72), ehe er dann 73 zu BRM gewechselt ist; die Lufthutze des BRM hatte zu Beginn dieser Saison noch eine andere Form (okay, jetzt werde ich kleinlich); Lauda trug 76 einen anderen Helm, nämlich das markante Modell von AGV (okay, jetzt werde ich pedantisch); der Regen im sintflutartigen entscheidenden Rennen war in Wahrheit während des Rennens versiegt, so dass zum Schluss die Strecke trocken wurde, was der Grund war, warum die Regenreifen ihren Geist aufgaben – im Film wundert man sich, wie das passieren konnte;  etc., etc., ich könnte noch viel mehr auflisten, und andere werden noch weitere Fehler finden, die mir entgangen sind. Aber vielleicht verlange ich zuviel. Es ist sicherlich klüger, man gibt sein noch nicht der Alterssenilität zum Opfer gefallenes Wissen über die damalige Zeit an der Garderobe ab, dann hat man klar mehr vom Film. Und wer wie ich hinterher besserwisserisch in Büchern und im Internet recherchiert, um noch ein paar Unkorrektheiten mehr zu finden, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.

Immerhin, die Autos hat Rush schön und überwiegend korrekt. Überraschenderweise haben die Fahrzeuge sogar die damals weitverbreitete Tabakwerbung, die also nicht der heutigen Political Correctness bzw. Gesundheitshysterie zum Opfer gefallen ist. Damit konnte man nicht rechnen.

Zu den Schauspielern. Daniel Brühl gibt Niki Lauda lebensecht, aber arg eindimensional. Sehr viel mehr als ein grimmig-kühler Blick (hat er sich den von Peer Steinbrück abgeschaut?) gehört nicht zu seinem Repertoire. Natürlich ist Lauda nicht für seine Liebenswürdigkeit bekannt, und diesen Charakter bringt Brühl rüber, aber etwas mehr Facettenreichtum im Ausdruck wäre nicht verkehrt gewesen. Eine oscarreife Darstellung habe ich jedenfalls nicht gesehen, und die Lobhudeleien in den Rezensionen kann ich nicht nachvollziehen. Diese mögen aber auch den positiven Kommentaren des Herrn Lauda geschuldet sein, der sich als kompromissloser Typ gefällt, der ohne störende Emotionen auf nichts und niemanden Rücksicht nimmt. In meinen Augen besser war Chris Hemsworth, mir vorher vollkommen unbekannt, als James Hunt. Ihm hat das Drehbuch sogar eine Andeutung von charakterlicher Nuancierung erlaubt; auf der einen Seite der unbeschwerte Playboy, der das Leben lässig genießt, auf der anderen Seite der Fahrer, der sich vor jedem Rennen unentspannt übergeben muss. (Dass Hunt seinen Beruf nicht viel weniger ernst genommen hatte als Lauda, hätte wohl ebenfalls für eine unzumutbare Verkomplizierung der Handlung gesorgt und wird daher vorsichtshalber unterschlagen.) Die Entdeckung des Films war allerdings Alexandra Maria Lara als Marlene Knaus bzw. Lauda. Die hatte ich als attraktiv, schauspielerisch aber eher untertalentiert in Erinnerung; ersteres stimmt nach wie vor, letzteres in Rush nicht. Auffallend, dass die drei ihren Vorbildern durchaus ähnlich sind, das ist sehr gut gelungen. Alle weiteren Figuren spielen im Film nur stark untergeordnete Rollen, die Schauspieler kann man da nicht seriös beurteilen. Von den anderen Fahrern steht nur Clay Regazzoni, gegeben von dem mir noch unbekannteren Pierfrancesco Favino, ein klitzekleines bisschen im Vordergrund. Hier hat man sich mit der Ähnlichkeit keine Mühe gegeben; ein prägnanter Schnurrbart musste reichen.

Ach ja, der Film als solcher. Er erzählt eine spannende Story und ist überwiegend gut gefilmt. Die oben erwähnte reine Konzentration auf die Herren Hunt und Lauda hat dem Film aber nicht gutgetan. Ein weiterer Fall von Eindimensionalität. Man könnte fast denken, die beiden hätten seit Beginn ihrer Motorsportkarriere jeweils keine anderen Gegner gehabt und sich voll aufeinander konzentriert. Das ist natürlich Unfug. Ja, ein Film muss verknappen, ja, der Film strebt keine absolute geschichtliche Genauigkeit an, ja, ein Film fokussiert natürlich auf seine Helden, aber man kann es auch übertreiben. Die Story ist so unglaubwürdiger und auch weniger unterhaltsam als nötig.

Sollte man sich den Film wegen der Rennszenen angucken? Nur bedingt. Die Rennszenen sind die großen Trümpfe von Grand Prix und Le Mans, deren Handlungen ebenfalls nicht der Rede wert (Grand Prix) oder nichtexistent (Le Mans) sind. Man guckt die Filme aber immer wieder gern wegen des wirklich faszinierenden, dramatischen Racings und stört sich nicht weiter am Rest. Rush fällt hier im Vergleich ab. Das mag daran liegen, dass die erwähnten Klassiker quasi in ihrer jeweiligen Jetztzeit gedreht wurden, die Handlungszeit von Rush aber Jahrzehnte zurückliegt. Man musste also die Ereignisse auf der Strecke rekonstruieren – was übrigens für viele Szenen von GP und LM ebenfalls gilt; hier half vielleicht die zeitliche Nähe. Aber das Ergebnis ist in Rush überwiegend hölzern und unrealistisch, hier fasziniert nur wenig, das Dramatische wirkt künstlich, und der Schnitt versucht erfolglos, Dynamik vorzutäuschen. Nur mäßig überzeugen auch die Computeranimationen, auf die man natürlich nicht verzichten konnte – alleine schon, um die Südkehre des Nürburgrings zu zeigen, die schändlicherweise dem Neubau der Strecke zum Opfer gefallen ist, aber ich schweife ab. Wirklich schlimm allerdings sind die Rennszenen, in denen Lauda und Hunt ewig lange Seite an Seite fahren und sich dabei in die Augen gucken. Wenn es etwas nicht gibt, dann so was. Auf derlei klischeehaften Schrott konnten Rennfilme allerdings auch schon früher nicht verzichten. Warum eigentlich? Findet das irgendjemand gut? Stellt sich klein Fritzchen Motorsport wirklich so vor?

Ist der Film also enttäuschend? Wenn man trotz der Warnungen auf eine überwiegend realistische Darstellung der Geschehnisse hofft, ja. Dann ist man aber auch selbst schuld, selbst wenn es für einen echten Fan und Faktenfetischisten schwer ist, eine solche Hoffnung fahrenzulassen. Wenn man sich auf attraktive Rennszenen einer vergangenen Ära freut, wird man ebenfalls nur wenig begeistert sein. Ein Stöbern in YouTube macht deutlich mehr Spaß. Wenn man aber keinen großen Wert auf historische Korrektheit legt und am Duell zweier Helden der Formel 1 interessiert ist oder wenn man vielleicht nur von einem Film mit einem ungewöhnlichen Rahmen unterhalten werden will, wird man trotz aller Schwächen auf seine Kosten kommen. Ein cineastisches Highlight ist Rush sicher nicht, ein schlechter Film aber auch nicht. Auf einer Skala von 1 bis 10 würde ich in der Selbsterkenntnis, ein Pedant zu sein, großzügig 7 geben. Und jetzt freue ich mich auf die Bluray, um in aller Ruhe noch ein paar weitere Fehler zu entdecken.