Mittwoch, 3. Mai 2017

Was im April geschah

• Im Bezirzamt einen Antrag auf Charmezulage stellen.
• „Hast du dich schon für eine Solaranlage entschieden?“ „Nein, ich sonndiere noch den Markt.“
• Aus Fehlern lernen, wie man es schlechter machen kann, und mit dem neuen Wissen noch viel erfolgloser sein.
• „Warum ist der Greis eben aus der Kirche gerannt?“ „Der leidet wohl unter seniler Betflucht.“
• „Wieso ist denn unser ganzer Besitz auf dem Dach von der Hütte da?“ „Ich sollte doch alles auf eine Kate setzen.“
• Dieser zutiefst befriedigende Moment, wenn man „Das kann nie klappen, wir werden alle sterben!“ sagt und dann tatsächlich recht behält.
• „Und Sie sind sicher, dass Sie Ihren Sohn Bernd nennen wollen, Herr Stein-Zimmer?“
• „Gratuliere, Herr Kommissar! Wie konnten Sie den Verdächtigen so schnell festnehmen?“ „Mit einer Fangfrage.“
• „Was für ein gutaussehender Revoluzzer!“ „Ja, das ist Schee Guevara.“

Montag, 1. Mai 2017

Flexibel

Wenn ich Autofahrer bin, schimpfe ich bevorzugt über Radfahrer und Fußgänger.
Wenn ich Radfahrer bin, schimpfe ich bevorzugt über Fußgänger und Autofahrer.
Wenn ich Fußgänger bin, schimpfe ich bevorzugt über Autofahrer und Radfahrer.
(Über andere Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger schimpfe ich natürlich sowieso, wenn ich Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger bin, aber das tut hier nichts zur Sache.)

Es ist ja sooo wichtig, sich immer flexibel auf jede Situation einstellen zu können!

Freitag, 28. April 2017

Wissenschaftlicher Durchbruch

Amerikanischen Forschern ist es gelungen, die Schlümpfe mit Michael Jackson zu kreuzen.

Dienstag, 25. April 2017

Volksnah

„Es war schon mal voller in der Kirche.“
„Das stimmt, Hochwürden. Der Trend geht eindeutig in Richtung Krypta.“
„Hm. Irgendein Vorschlag, wie wir das ändern können?“
„Besserer Messwein? Mehr Messwein? Edlere Hostien?“
„Dann gibt es wieder Vorwürfe, wir würden die Kirchensteuer vergeuden. Seit den Eskapaden des Kollegen Tebartz-van Elst ist man da sehr empfindlich geworden.“
„Schade.“
„Ja.“
„Vielleicht wirkt ja die Kirche auf viele mittlerweile zu pompös, zu distanziert.“
„Das mag sein. Das könnte ein Ansatzpunkt sein.“
„Wir sollten wieder näher an die Gläubigen rücken. Damit sie wissen, dass wir sie verstehen und nicht so abgehoben sind. Dass wir Teil ihres Alltags sind. Dass wir nicht nur über Bescheidenheit reden, sondern sie jetzt wirklich praktizieren. Da reichen manchmal schon symbolische Gesten.“
„Ja. Es sollte wie gesagt nicht so viel kosten.“
„Kein Problem. Ich hab da schon eine sehr volksnahe Idee.“

(Lambertikirche in Münster.)

Montag, 10. April 2017

Freitag, 7. April 2017

Was im März geschah

• „Mit deiner neuen Frisur siehst du aus wie ein Adler.“ „Das ist keine Frisur, das ist eine Echtaarperücke.“
• Der Kampf gegen den Wahnsinn ist zwecklos. Man macht sich damit nur verrückt.
• „Diese Rinder sind wirklich gut getarnt.“ „Ja, perfekte Kuhmuhflage.“
• Wenn der Wunsch, keine Obsessionen zu entwickeln, zur Besessenheit wird.
• Da will man noch mal ganz von vorne anfangen, wird aber gnadenlos aus dem Kreißsaal geworfen. Sie kennen das.
• „Du bist in letzter Zeit immer so langmütig.“ „Ich habe mir neulich ein Nachsichtgerät gekauft.“
• „Wie finden Sie mein kubistisches Œvre?“ „Zu glatt. Völlig ohne Ecken und Kanten.“
• Grundlos durch die Gegend fahren, damit wenigstens das Navi mit einem spricht.
• Wer abgenutzte Wortspiele ablehnt, sollte mit gutem Bleistift vorangehen.
• Fegefeuer schön und gut, aber wäre ein Feudelfeuer nicht viel gründlicher?
• Frisuren, die von Anfang an zum Scheiteln verurteilt sind.
• „Teuflisch schwierig, sich alle Geheimzahlen zu merken.“ „Ja, es ist das reinste Pindämonium.“
• „Unser Konto ist leer. Bestimmt hast du das Geld wieder an der Börse verzockt.“ „Das ist reine Spekulation!“
• „Wer vom Gesicht auf den Charakter schließt, ist ein Idiot.“ „Eine naive Meinung. Aber dass du naiv bist, sehe ich schon an deinen Ohren.“
• Traurig, wie schnell einen die Menschen als arrogant abstempeln, nur weil man mit niemandem reden will.
• „Hast du meinen Blumenstrauß bekommen?“ „Ja, danke, war sehr lecker.“
• „Ich kann alles erklären!!!“ „Sehr gut. Beginnen Sie mit der Relativitätstheorie!“

Dienstag, 4. April 2017

Schlau wie ein Fuchs

„Guck mal, was die Biber da schon wieder angerichtet haben.“
„Das war eindeutig eine Säge.“
„Da kannst du sehen, wie raffiniert die Viecher mittlerweile sind.“

Sonntag, 2. April 2017

Donnerstag, 30. März 2017

Frühling \o/

Ich habe da mal ein paar hübsche Bäume für Sie arrangiert und mit flockigen Wolken verfeinert.

Mittwoch, 29. März 2017

Brexit

So. Seit heute ist es offiziell, Großbritannien hat den EU-Austritt beantragt. Vor weniger als einem Jahr war es noch undenkbar, jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Was das alles für Großbritannien und die EU bedeutet, muss ich hier nicht wiederkäuen, das wurde und wird überall ausreichend und überwiegend kompetent und teilweise noch theoretisch erörtert. Für mich ist es vielmehr eine sehr persönliche Kränkung, denn wenn es um Anglophilie geht, macht mir niemand was vor, jawohl. Mit 13 Jahren war ich das erste Mal auf der Insel, vor über vier Jahrzehnten also, und schon vor diesem Familienurlaub habe ich mich wie verrückt auf das Land gefreut, ohne irgendwas zu kennen oder irgendwas zu wissen. Mittlerweile gibt es kaum eine Ecke des UK, die ich nicht heimgesucht habe. Ich war in England, Schottland, Wales und Nordirland, kenne alles von Land's End über die Orkney Islands bis hin zum Giant's Causeway.

Gibt es einen Grund für diese Anglophilie, die auch nach einigen Jahren der Abwesenheit noch sehr intakt ist? Allein mit dem touristischen Aspekt ist die Faszination nicht zu erklären. Andere Länder haben auch schöne Landschaften, wuchtige Burgen, zauberhafte Schlösser und grandiose Kathedralen. Ist es das Wetter? Ist es die Küche? Ist es das Ale? Auch alles nicht, obwohl die sämtlich sehr viel besser sind als ihr Ruf. Sind es die Pubs? Da kommen wir der Sache schon etwas näher, um ehrlich zu sein, mehr aber auch nicht. Ist es am Ende die Vorliebe der Briten für Teppichboden im Badezimmer? Definitiv nicht.

Könnte es die Kultur sein? Schon eher; meine liebsten TV-Serien kommen überwiegend aus GB (das wäre einen eigenen Beitrag wert und erwähnte ich schon mal meine Dankbarkeit für die Erfindung der DVD?), das britische Kino hat viele für mich unverzichtbare Klassiker produziert, ich habe britische Kriminalromane schon als Kind verschlungen und die britische Pop- und Rockmusik ist meiner Meinung nach derjenigen aus, sagen wir: Frankreich und Italien, unbedingt vorzuziehen. Hm. Etwas ableiten würde ich daraus trotzdem nicht.

Sind es dann also die Menschen, die viel liebenswürdiger sind als der Durchschnittsdeutsche (yours truly inbegriffen), und das nicht nur im legendär herzlichen Schottland, sondern auch im angeblich so steifen England? Das kann es nicht sein, solche Menschen gibt es auch in anderen Ländern. Ist es das typisch britische Understatement? Die typisch britische Höflichkeit? Das typisch britische Fairplay? Die typisch britische Fähigkeit zum akkuraten Schlangestehen (siehe auch: Höflichkeit)? Die typisch britische Vorliebe für Exzentrizität? Der typisch britische Humor (siehe auch: TV und Kino)? Fragen über Fragen, die aber erneut nur sehr bedingt weiterführen. Zumal man bei all diesen „typischen“ Dingen höllisch aufpassen muss, nicht in die Klischee-Falle zu tappen.

Möglicherweise hilft ein Blick ganz nach hinten. Unvergessen bis heute die Besichtigung von Coventry Cathedral während des erwähnten ersten Urlaubs. St Michael's ist die einzige britische Kathedrale, die im zweiten Weltkrieg den Deutschen zum Opfer gefallen ist. Hier steht die Ruine der alten Kathedrale genau neben der nach dem Krieg neu errichteten, beide bilden sozusagen eine Einheit. Auf einem Schild wird der Besucher informiert, dass die alte Kathedrale im Weltkrieg zerstört wurde – wer die Bomben geschmissen hat, wird höflich verschwiegen – und dass die neue Kathedrale mit Hilfe der Jugend aus einer Vielzahl von Ländern gebaut wurde. Hier war Deutschland dann erwähnt. Ob dieses Schild noch existiert, weiß ich natürlich nicht, es ist lange her. In all den Jahrzehnten habe ich immer wieder daran gedacht und andere mit meinen Erinnerungen belästigt. Dennoch. Selbst, wenn man als Kind schneller beeindruckt ist und vielleicht sogar geprägt wird, sehe ich auch das nicht als Grund für diese lebenslange Leidenschaft.

Vielleicht gibt es ja wie bei jeder Liebe keine rationale Erklärung. Vielleicht gibt es eine solche Erklärung, aber ich komme nicht drauf. Vielleicht ist es Unfug, eine solche Erklärung finden zu wollen. Vielleicht ist es ganz schlicht eine Mischung von allem; die schiere Menge der möglichen Gründe wäre dafür ein starkes Indiz. Vielleicht ist mein gekränktes Gejammer sowieso überflüssig, denn Großbritannien verschwindet ja nicht von der Landkarte, sondern nur aus der EU. Trotzdem. Ich bin jetzt erst mal geknickt. Und das nicht nur vielleicht. Sondern ganz gewiss.

Sonntag, 26. März 2017

Strandgut

So langsam war es dann doch mal angezeigt, den Weihnachtsbaum zu entsorgen; jetzt, wo Ostern quasi schon vor der Tür stand. Nur, wohin damit? Die Zeit für die Abgabe bei einer der vielen Weihnachtsbaumannahmestellen war längst vorbei. In den Nachbargarten werfen wird üblicherweise als Zeichen schlechter Erziehung empfunden, und solange einem niemand garantieren konnte, dass man dabei nicht erwischt wird, war das keine Option. Auf den Sperrmüll hätte man den Baum nicht geben dürfen, da er aus unbehandeltem Naturholz und folgerichtig Biomüll ist. Für die Biotonne hätte man ihn zerkleinern müssen, und wer will sich schon diese Arbeit machen. Doch bis zum nächsten Jahr behalten? Ein kurzer Check der Nadeln ergab wenig überraschend massiven Schwund; mit einer Besserung war nicht zu rechnen. Da blieb dann also nur noch, den Weihnachtsbaum weihnachtlich zu verpacken und in einen Bach zu kippen. Sollten sich doch andere drum kümmern.


Mittlerweile ist der Baum verschwunden. Die Frage, was mit vielen Menschen nicht stimmt, bleibt.

Freitag, 10. März 2017

Neue Vorstellungsgespräche

„Und Ihre größte Stärke?“
„Ich hasse Widerspruch.“
„Das würde ich nich…“
„WAS EINE STÄRKE IST UND WAS NICHT, ENTSCHEIDE IMMER NOCH ICH!!!“

„Und was sind Ihre Stärken?“
„Moment, ich muss kurz nachdenken. Hm. Könnte ich vielleicht in einer Woche noch mal wiederkommen?“

„Würden Sie sich als spontanen und risikofreudigen Typ beschreiben?“
„Manchmal probiere ich eine neue Schokoladensorte.“
„Wir melden uns.“

„Was ist Ihre größte Stärke?“
„Meine Allmachtsphantasien.“
„Das ist keine Stärke.“
„Darüber reden wir noch mal, wenn ich Weltherrscher bin.“

Donnerstag, 9. März 2017

Mittwoch, 1. März 2017

Was im Februar geschah

• „In deinem Aquarium wird scharf geschossen.“ „Ja, leider. Nie wieder Coltfische!“
• Karotten-Fans Möhrchendise verkaufen.
• „Woher hast du die vielen blauen Flecke?“ „Ich bin an meine Grenzen gestoßen.“
• „Hältst du wirklich alles und jeden für langweilig?“ „Ja, ich bin Fadfinder.“
• „Wen hast du da eben gegrüßt?“ „Ach, nur ein flüchtiger Bekannter.“ „Wie aufregend! Du kennst Kriminelle!“
• „Wo kommt denn dieser Widerhall her?“ „Ach, da echoffiert sich mal wieder jemand.“
• „Wo steckst du eigentlich?“ „Orrr, mit dir macht Sex keinen Spaß!“
• „Kann es sein, dass diese Muscheln Nagezähne haben?“ „Ja, das sind Maustern.“
• „Was soll ich mit diesem Hochleistungs-Föhn?“ „Du wolltest doch 'nen flotten Dryer!“
• „Nie macht mir jemand Komplimente.“ „Wofür auch?“
• „Sehr viele Stubentiger in diesen unterirdischen Gewölben.“ „Das sind ja auch Katerkomben.“
• „Ich muss sagen, du hast dich sehr verändert, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben.“ „Das ist ja auch schon über 70 Jahre her.“
• Wortspiele über Adlernester an den Aaren herbeiziehen und sich damit zum Horst machen.
• „Wunderbar großer Raum, aber mit schwermütiger Atmosphäre.“ „Das ist ja auch ein Trübsaal.“